Schon an der Nase zeigt der Amarone-Wein von Stefano Campedelli seine Vielschichtigkeit. Eingangs sehr deutliche, fruchtige, balsamische Noten auf die ein fruchtiger Duftreigen gebettet wird: Zuerst schwarze Johannisbeeren mit ihrer herben frisch-fruchtigen Art, danach Anklänge an frische Himbeeren, fruchtig, saftig und mit zarter Süße, gefolgt von einem Potpourri aus Rum-Topf-Früchten, aus denen sich vor allem Erdbeeren hervorheben, süß, üppig und opulent. Danach folgen grüne, süße Duftnoten von Trockenblumen gefolgt von Andeutungen einer sehr dunklen und kräftigen Vollmilchschokolade mit deutlichen Kakaonoten. Den Abschluß bilden Gewürznoten aus pudrig-süßem Zimt und und zartherben und zitronigem Kardamom. Auch am Gaumen zuerst dunkle saftige und leicht herbe Aromen von frischen schwarzen Johannisbeeren, dominant und bestimmend im Gesamtkomposé. Danach folgen frische süße Aromen von vollreifen Himbeeren und einem satten Aromenspiel von Rum-Topf-Früchten, aus denen wieder die Erdbeeren besonders hervorstechen. Gekontert wird diese fruchtige Opulenz durch nicht zu aufdringliche Aromen grüner Walnußschalen, frisch und grün, die auch im Folgenden hintergründig bestehen bleiben. Den Schlußakkord bilden auch hier die satten dunklen Aromen einer Vollmilchschokolade mit sehr hohem Kakaogehalt, kräftig dunkel und nicht zu herb. Gefolgt von Wintergewürzen, insbesondere von süßem Zimt und zitronigem Kardamom. Insgesamt ein eher frisch gehaltener Amarone mit einer deutlichen Neigung zu Cassis-Aromen und durch seine leicht herbe Ausrichtung ein typischer Vertreter der Est-Fraktion. Dicht und dunkel, aber nie zu süß. Der Abgang hält noch lange die Cassis-Aromen. Die Tannine dicht, klar und sauber, aber nicht aufdringlich. Natürlich ein wunderschöner Begleiter zu jeder Art von Wildbret, aber eigentlich zum Essen viel zu schade. Trinken Sie „Ihn“ als Meditationswein, nur zum Genuß! Ideale Trinktemperatur: 18 – 20 Grad Celsius. Aus großen Tulpen.