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| Amarone della Valpolicella |
Amarone della Valpolicella - der König unter den Valpolicella-Weinen
Der Amarone della Valpolicella ist ein einzigartiger Wein. Die Rebsorten, aus denen er besteht, wachsen ausschließlich auf den Hügeln in der Umgebung Veronas. Die drei wesentlichen Rebsorten sind die Corvina, die ihm Körper, Farbe und die typischen Duftnoten verleiht, die Rondinella, verantwortlich für die weichen Tannine und das blumige Bouquet und die Molinara, für einen Hauch von Säure. Je nach Interpretation wird die Cuvée noch mit Nebbiolo oder auch Sangiovese ergänzt, um so die Harmonie im Wein zu vervollkommnen.
Die Trauben für den Amarone della Valpolicella werden in der ersten Oktoberhälfte gelesen, dabei erntet man ausschließlich vollkommen gesunde Trauben mit unbeschädigter Schale. Diese werden sofort zum Trocknen in Holz-Kisten gegeben, wobei einige Winzer hierfür Plastik-Kisten verwenden, die gestapelt werden können. Die meisten Hersteller halten sich allerdings an die traditionelle Methode, bei der die Reben auf flache Holzgestelle gelegt werden, die mit Bambusgeflecht ausgelegt sind. Wichtiger als die Art des Behälters ist es jedoch, darauf zu achten, dass nur eine Schicht Trauben ausgebreitet wird und dass zwischen den einzelnen Trauben ein angemessener Zwischenraum besteht. Der nun folgende Prozess des Rosinierens dauert in der Regel 90-150 Tage. Während des Trocknens verlieren die Trauben bis zu 48 % ihres ursprünglichen Gewichtes, während der Zuckeranteil wesentlich zunimmt.
Nach einer Maischestandzeit von bis zu 50 Tagen wird der Gärungsprozess eingeleitet. Die Hefen, die für die Gärung eines Amarone della Valpolicella eingesetzt werden, müssen sehr resistent gegen extrem hohen Alkoholgehalt sein, da der Most aus teilweise getrockneten Trauben einen sehr hohen Zuckergehalt hat und somit auch das zu entwickelnde Alkoholniveau entsprechend hoch ist.
Nach Abschluss des Gärungsprozesses wird der Amarone in Holzfässer gelegt. Hier reift und ruht er mindestens zwei Jahre, manchmal auch bis zu zehn Jahren, je nach Ermessen des jeweiligen Winzers. Der Kontakt des Weines mit dem Holz verändert seine bio-chemische Struktur und somit auch sein Aromabild. Die slawonische Eiche gibt eine bestimmte Süße, französische Barriques geben Würze. Neben Eichenholz werden auch andere Holzsorten wie Kirsch-, Kastanien- und Akazienholz eingesetzt.
Nach Abfüllung des Amarone erfolgt die Flaschenreifung, die ca. 6-18 Monate dauert. Der Amarone della Valpolicella ist ein hervorragender Lagerwein. Er besticht durch seine außerordentliche Fruchtkonzentration die an Kirschen, Wald- und Himbeeren erinnert und durch zarte Anklänge nach Trockenbeeren, Kräutern und Heublumen ergänzt wird. Während der ersten fünf bis zehn Lebensjahre werden die Tannine noch weicher, während die fruchtigen und mineralischen Komponenten an Tiefe gewinnen. Der Wein wird weich, die konzentrierten und üppigen Fruchtnoten finden ihren Ausklang in Gewürz-, Tabak-, Blumen- oder Ledernoten.
Traditionsgemäß wird der Amarone zu Wildgerichten, Schmorbraten und reifen Käsesorten gereicht. Kenner schätzen ihn auch als Einzelgänger vor dem Dessert oder als Meditationswein für die gemütlichen Stunden nach einem ausgiebigen Mahl.
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